„Vielfalt gestalten und Farbe bekennen“ – Internationales Filzprojekt mit 23 Teilnehmenden aus verschiedenen Nationen

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Dritte von links: Eva Matthias, die das Projekt in Zusammenarbeit mit der PfD konzipiert hat.

Erstmals arbeitete in diesem Jahr die „Partnerschaft für Demokratie“ (PfD) mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) in Norden zusammen! Die zentrale Regiestelle von „Demokratie leben!“ hatte die lokalen PfD’s Anfang des Jahres dazu ermuntert, zusammen mit den Mehrgenerationenhäusern neue Projekte zu entwickeln. Nach einigen Beratungen hatte das MGH einen Antrag geschrieben und am 1. April 2019 stimmte der Begleitausschuss der PfD einstimmig dem Vorhaben „Internationales Filprojekt: Vielfalt gestalten und Farbe bekennen“ zu.

Wir freuen uns, dass das Projekt von 23 Teilnehmenden intensiv mit Leben gefüllt wurde und sehen das als Anfang einer intensiven Zusammenarbeit von „Demokratie leben!“ und MGH. Jedenfalls haben Martin Gohlke, Koordinator der PfD, und Eva Mathias, Leiterin der MGH, zusammen schon über neue Projekte für das Jahr 2020 nachgedacht…

Im Folgenden dokumentieren wir den Projektbericht von Frau Eva Mathias:

Die Idee
In Deutschland herrscht seit über 70 Jahren Frieden. Wissen wir das eigentlich zu schätzen?
Und ist „herrscht“ der richtige Ausdruck?

Im Frühjahr 2019 entwickelte sich im Miteinander verschiedener Engagierter im Mehrgenerationenhaus Norden die Idee, sich über unsere Vorstellungen von/vom Frieden auszutauschen.
Nicht alle, die sich beteiligen wollten oder die wir beteiligen wollten waren in der Lage ihre Vorstellungen, Gefühle und Bilder in deutsche Worte zu fassen, deshalb entschieden wir uns dafür mit Hilfe von Filz den Bildern vom Frieden künstlerisch, kreativ Ausdruck zu verleihen.
Wir nannten das Vorhaben „Filzen für den Frieden“, um nicht nur beim Austausch über die Friedensbilder zu verweilen, sondern aktiv mit der Suche nach persönlichem und gesellschaftlichem Frieden zu beginnen.

Frieden wollen alle! Aber kann man durch Filzen Frieden finden oder schließen?
Das Projekt „Filzen für den Frieden“ lud ab März 2019 also dazu ein, sich gemeinsam mit anderen mit den eigenen Vorstellungen von Frieden auseinanderzusetzen und die Gedanken und Wünsche kreativ darzustellen. Die Leitfragen waren: Frieden – was ist das eigentlich? Ist es die Abwesenheit von Krieg? Was ist „innerer Frieden“? Wann habe ich da letzte Mal Frieden gespürt? Ist Zufriedenheit dasselbe wie Frieden?
Ein Sprichwort sagt: „If you can dream it, you can do it!“ Wir gingen davon aus das, wenn wir vom Frieden träumen können bzw. ein Bild vom ihm haben, dann auch daran mitwirken können diesen Zustand zu erreichen – nach dem Motto „wer das Ziel kennt, wird auch den Weg dahin finden!“

 „Wenn ich an Frieden denke, dann erinnere ich mich an einen Moment in meiner Kindheit. Ich erinnere mich an wärmenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, ich höre das leise Klappern von Stricknadeln, sanftes Stimmengemurmel und Lachen und ich erinnere mich an das sichere Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit. Wenn das Frieden ist, dann bedeutet es, dass Frieden doch stark von anderen abhängt!?“  (Eva Mathias)

Die Methode
Das Projekt zeigte, dass gemeinsames Filzen auf unterschiedliche Weise dazu beitragen konnte Frieden zu finden.
Wer filzte spürte Wärme, weiche Wolle,  sanfte, wiederkehrende Bewegungen. Nach ersten Gesprächen und Diskussionen fokussierten sich die Beteiligten auf das entstehende Bild. „Die Gedanken fingen an zu fließen und entführten uns in Erinnerungen und Fantasie“, beschrieb es Barbara Weber-Zemke, die das Filzen anleitete.
Die kreative Beschäftigung mit den inneren und äußeren Bildern vom Frieden regte auch die „Newcomers“ aus der Gruppe zum Mitteilen und Austauschen an.
Das Mehrgenerationenhaus Norden schuf mit dieser Aktion tatsächlich Gelegenheit und Raum, neue Gedanken und andere Sichtweisen kennenzulernen, die eigenen Gedanken zu erläutern und/oder zu hinterfragen.
Zudem erlebten die Teilnehmenden Gemeinschaft und Verbundenheit. Das gemeinsame Ziel „dem Frieden nachspüren“ und dem „Frieden entwickeln“ helfen, schuf Zuwendung und Nähe.
Die Teilnehmenden verbanden ihre individuellen Bilder dann auch ganz praktisch miteinander und gestalteten daraus einen großen Teppich.

Konkrete Umsetzung:
An drei Freitagnachmittagen wurde im Mehrgenerationenhaus (Raum Gartenblick) eine offene Filzwerkstatt durchgeführt. In der Zeit zwischen 15:–18:00 Uhr entstanden individuelle Bilder aus Wolle und es wurde gemeinsam erzählt, diskutiert und geträumt.

Die Friedensgestaltenden verbanden und verknüpften die Filzbilder am 13.06.2019 zu einem großen Wandteppich, der am 15.06.2019 im Rahmen des Festes der Kulturen präsentiert wurde.

Die kreative Umsetzung wurde angeleitet von Barbara Weber-Zemke.

Ausblick
Der Teppich wird zukünftig im Raum Gartenblick hängen und zu sehen sein, welcher vom Mehrgenerationenhaus, aber auch von Integrations- und Deutschkursen genutzt wird.
Dieser „Friedensteppich“ will in seiner Vielfalt Freude wecken, die Fantasie anregen. Er will nachdenklich stimmen, will gedeutet und gelesen werden.
Es wird außerdem überlegt diesen Teppich wandern zu lassen, und ihn anderen Institutionen zB. Gemeinden auszuleihen.
Vielleicht kann der Teppich so nicht nur den Impulse weitergeben sich auszutauschen, sondern auch weiterwachsen! Ein Anknüpfen und Erweitern ist ausdrücklich gewünscht!!!!

Wir möchten, dass der Frieden wächst, sich entfaltet und Menschen erfüllt.